20.06.22

Fernwärme

Fernwärme – hoher Anteil in urbanen Gegenden

Laut einer Studie des Umweltbundesamtes verwenden private Haushalte in Deutschland rund 70 Prozent des Endenergieverbrauchs für die Raumwärme. Erdgas und Heizöl sind bislang führend, doch gewinnen die erneuerbaren Energien zunehmend Marktanteile. Der Bund Deutscher Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) veröffentlichte 2020 eine Studie, wonach folgende Anteile auf die einzelnen Energieträger entfielen:

Gas: 49,5 %
Strom: 2,6 %
Heizöl: 25,0 %Elektrowärmepumpen: 2,6 %
Fernwärmeheizung: 14,1 %Sonstige: 6,2 %

Dabei existieren starke Unterschiede zwischen den Bundesländern: In ländlichen Gebieten im Süden und in bergigen Gebieten ist die Ölzentralheizung vorherrschend. Der Norden hingegen hat eine größere Anzahl von leitungsgebundenen Heizsystemen mit einem hohen Anteil von Erdgasheizungen. Die Nutzung von Fernwärme ist vor allem in den Stadtstaaten verbreitet. Für Fernwärme benötigen Hausbesitzer keine eigene Heizanlage, können somit die Kosten für den Heizkessel, Brennstoffe, Reparaturen oder auch den Schornsteinfeger sparen.

Die Wärme wird von Kraft- oder Heizwerken sowie von Industriebetrieben bezogen, die über Rohrsysteme in das Haus geliefert werden. Das klingt umweltfreundlich und praktikabel, kann aber auch teuer werden. Der Anschluss des Hauses an ein Fernwärmenetz kann bis zu 15.000 Euro kosten und ist oftmals nur in urbanen Gegenden realisierbar. Die Umweltverträglichkeit hängt dabei von der Verwendung des Energieträgers. Laut Erhebung von Destatis und BDEW wurden 2020 etwa 126 Milliarden kWh erzeugt und dabei die folgenden Energieträger eingesetzt:

  • Steinkohle 12,8 %
  • Braunkohle 5,8 %
  • Abfall (nicht biogen) 8,6 %
  • Mineralöl 1,0 %
  • Abwärme 5,5 %
  • Erdgas 48,1 %
  • Erneuerbare Energien 17,8 %
  • Sonstige 0,4 %
Von den erneuerbaren Energien entfielen wiederum auf Biomasse 9,4 %, auf biogenen Siedlungsabfall 7,6 % und auf Geo- und Solarthermie 0,8 %. Ein Einsatz der Fernwärme eignet sich fast immer nur in dichtbesiedelten Gebieten, wenn die hohen Erschließungs- und Anschlusskosten auf viele Nutzer verteilt werden können. Bei dieser Wärmeversorgung bindet man sich lange Zeit an einen Lieferanten, ein Wechsel ist nicht möglich. Der Preis für Fernwärme berechnet sich nach dem Arbeitspreis in Cent pro Kilowattstunde und einem Grundpreis pro Kilowatt angeschlossener Leistung. Dieser Wert wird auch als Leistungspreis bezeichnet.