27.08.21

Elektroauto 09-01

Elektrofahrzeuge: Eine Gefahr in Tiefgaragen und Parkhäusern?

Wie sicher sind Tiefgaragen und Parkhäuser für Elektrofahrzeuge? Nach mehreren Elektroautobränden fordern Experten nun neue Bauvorschriften.
Der Anteil der Elektrofahrzeuge hat sich innerhalb eines Jahres fast verdreifacht. Mit der weiteren Entwicklung und Verbreitung von Elektrofahrzeugen wird es in Tiefgaragen und Parkhäusern allerdings eine neue Gefahr geben: Im schlimmsten Fall kann ein brennendes Elektroauto das gesamte Gebäude sowie andere Fahrzeuge und Anlagen zerstören.
Muss deshalb das Elektroauto draußen parken? In den Orten Kulmbach (Bayern), Leonberg und Göppingen (Baden-Württemberg) etwa hat die Stadtverwaltung nach verheerenden Bränden mehrere Monate lang Tiefgaragen für Elektrofahrzeuge geschlossen, berichtete die Zeitung Auto-Bild. Politiker, Brandexperten und Feuerwehren waren überrascht und schockiert ob der Schäden und der sich daraus ergebenden Fragen und Konsequenzen:
Nachdem ein Fahrzeug in Brand geraten war, mussten über 300.000 Euro in die Modernisierung des Gebäudes investiert werden. Bei dem Feuer wurden zudem 18 Autos beschädigt, und das Wohngebiet musste wegen Rauchgefahr evakuiert werden.
Elektroautos und Hybridautos mit Lithium-Ionen-Batterien brennen nicht häufiger als Benziner oder Dieselfahrzeuge, aber sie brennen auf unterschiedliche Weise. Beschädigte Batterien geben bis zum Zehnfachen der Ladung als Wärme ab. Tests haben gezeigt, dass der gesamte Innenraum in weniger als einer Minute in Flammen steht. Dabei können Temperaturen von über 1000 Grad Celsius entstehen. Auch Ladesäulen können die Ursache für einen Brand sein – zum Beispiel durch technische Defekte oder Kabelbrand.
Ausschlaggebend für die Schadenshöhe bei Bränden von Elektrofahrzeugen ist die Brandlast des Autos: Durch die innere Kunststoffverkleidung, die Kunststoffabdeckung des Motorraums und breitere Reifen ist die Brandlast etwa dreimal so hoch wie noch vor 30 Jahren.
Feuerwehr steht vor großen Herausforderungen bei der Bekämpfung eines solch komplexen Brandherdes. Für die Kühlung der Tesla-S-Batterie werden zum Beispiel nach Angaben von Feuerwehrexperten mehr als 20.000 Liter Wasser benötigt. Extreme Hitze und Löschwasser mit giftigen Schwermetallen können die Bausubstanz angreifen und die Statik des Hauses gefährden, zumal sich viele Tiefgaragen in der Innenstadt oder unter Wohn- und Bürogebäuden befinden. Sollte das Feuer dort auf die Außenwände von Häusern mit Dämmstoffen übergreifen, so drohen mitunter noch größere Brandkatastrophen.