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Deutscher Heizungsmarkt wächst im ersten Halbjahr 2026 – Wärmepumpen treiben Absatz

Der deutsche Markt für Wärmeerzeuger hat sich im ersten Halbjahr 2026 gegenüber dem schwachen Vorjahreszeitraum deutlich erholt. Nach Angaben des Bundesverbands der Deutschen Heizungsindustrie (BDH) wurden von Januar bis Juni insgesamt 352.000 Wärmeerzeuger abgesetzt.

Das entspricht einem Zuwachs von 19 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2025. Trotz dieser positiven Entwicklung bleibt das Marktvolumen nach Einordnung des BDH weiterhin unter dem Absatzniveau früherer Jahre. Die langfristige Halbjahresbetrachtung für die Jahre 2019 bis 2026 zeigt damit weiterhin einen erheblichen Modernisierungsbedarf im deutschen Gebäudebestand.

 

Wärmepumpen erreichen mehr als 55 Prozent Marktanteil

Mit 194.500 verkauften Geräten entwickelten sich Heizungs-Wärmepumpen zum mit Abstand stärksten Segment des Marktes. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum stieg ihr Absatz um 40 Prozent. Damit entfielen rund 55 Prozent aller im ersten Halbjahr 2026 verkauften Wärmeerzeuger auf Wärmepumpen.

Besonders deutlich fiel das Wachstum bei Luft-Wasser-Wärmepumpen aus. Mit 186.000 Geräten stellten sie rund 96 Prozent aller verkauften Heizungs-Wärmepumpen. Ihr Absatz nahm gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 42 Prozent zu. Bei Sole-Wasser-Wärmepumpen wurden 7.500 Anlagen verkauft, was einem Wachstum von 13 Prozent entspricht. Auf Wasser-Wasser-Wärmepumpen und sonstige Systeme entfielen etwa 1.000 Geräte, ein Rückgang um 1 Prozent.

Gasbasierte Wärmeerzeuger blieben mit 134.000 verkauften Geräten das zweitgrößte Marktsegment. Insgesamt erhöhte sich ihr Absatz gegenüber dem ersten Halbjahr 2025 lediglich um 1 Prozent. Innerhalb dieses Bereichs entwickelten sich die Technologien unterschiedlich. Der Absatz von Gas-Brennwertgeräten sank um 1 Prozent auf 106.500 Geräte, während bei Gas-Niedertemperaturgeräten ein Wachstum von 10 Prozent auf 27.500 Geräte verzeichnet wurde.

Deutlich kleiner waren die Absatzvolumina bei Öl- und Biomasseheizungen. Bei Öl-Brennwertgeräten ging der Markt um 11 Prozent auf 9.500 Anlagen zurück. Insgesamt 14.000 Biomasseheizungen wurden im ersten Halbjahr verkauft, 1 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Davon entfielen 8.500 Geräte auf Pelletheizungen, deren Absatz unverändert blieb. Scheitholzheizungen legten um 1 Prozent auf 2.500 Geräte zu. Bei Kombi-Kesseln sank der Absatz um 4 Prozent auf 1.500 Geräte, bei Hackschnitzelheizungen um 8 Prozent auf ebenfalls 1.500 Geräte.

 

Rund 700.000 Wärmeerzeuger für das Gesamtjahr erwartet

 

Sollte sich die Entwicklung des ersten Halbjahres fortsetzen, rechnet der BDH für 2026 mit einem Gesamtabsatz von rund 700.000 Wärmeerzeugern. Gegenüber 2025 würde dies eine Stabilisierung des Marktes bedeuten. Für eine ausreichend schnelle Modernisierung des deutschen Gebäudebestands reicht dieses Volumen nach Einschätzung des Verbandes jedoch nicht aus.

 

Der strukturelle Modernisierungsbedarf bleibt erheblich. In Deutschland sind rund 21,5 Millionen Heizungsanlagen installiert. Davon entsprechen nach BDH-Angaben mehr als 40 Prozent nicht dem Stand der Technik. Rechnerisch betrifft dies über 8,6 Millionen Heizungen. Zusätzlich sind etwa 4 Millionen Heizungsanlagen älter als 30 Jahre.

 

Entscheidend für die weitere Marktentwicklung werden nach Auffassung des BDH stabile politische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen sein. Mit dem Gebäudemodernisierungsgesetz und der angepassten Bundesförderung für effiziente Gebäude sollen Eigentümer langfristig Klarheit darüber erhalten, welche technischen Anforderungen gelten und mit welchen Fördermöglichkeiten sie rechnen können. Diese Planungssicherheit betrifft nicht nur private Haushalte, sondern ebenso Heizungsbauer, Handwerksbetriebe und Hersteller, die Investitionen und Produktionskapazitäten über mehrere Jahre planen müssen.

 

Gleichzeitig soll der Heizungsmarkt stärker technologieoffen ausgerichtet werden. Gebäudeeigentümer sollen zwischen Wärmepumpen, gas- oder flüssigbrennstoffbasierten Lösungen, Biomasse, Wärmenetzen und weiteren Systemen entsprechend den Bedingungen ihres Gebäudes wählen können. Aus Sicht des BDH setzt eine solche Entscheidungsfreiheit allerdings voraus, dass Förderpolitik und ordnungsrechtliche Vorgaben unterschiedliche Versorgungslösungen möglichst neutral behandeln.

 

Quelle und weitere Informationen:

 Bundesverbands der Deutschen Heizungsindustrie (BDH) – Pressemitteilung vom 11. August 2026 (Link)