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Das perfekte Raumklima am Arbeitsplatz ist eine große Herausforderung

Wer kennt dieses Szenario nicht: In einem durchschnittlichen Großraumbüro sitzt eine Kollegin bereits im T-Shirt am Schreibtisch und schwitzt, während sich ihr Tischnachbar tief in seine Strickjacke hüllt und über einen steifen Nacken klagt.

Beide teilen sich exakt denselben Raum, dieselbe Luft und dieselbe Temperatur – und doch könnten ihre Wahrnehmungen kaum weiter auseinanderliegen.

Diese alltägliche Beobachtung rührt an ein fundamentales Problem der modernen Arbeitswelt: Thermische Behaglichkeit ist hochgradig subjektiv. Was für den einen perfekt ist, empfindet der andere als Belastung. Für Unternehmen stellt sich daher eine existenzielle Frage: Wie schafft man einen gemeinsamen Nenner in einer Umgebung, in der das individuelle Empfinden so stark divergiert, vor allem in den beliebten Großraumbüros?

Die Antwort liegt in der Abkehr von reinem Bauchgefühl hin zu einer datenbasierten, objektiven Klimastrategie.

Ein wirtschaftlicher Faktor, kein Luxusgut

Ein behagliches und gesundes Arbeitsumfeld ist längst kein „Nice-to-have“ mehr, das man der Ästhetik oder dem Komfort zuliebe einrichtet.

Es ist ein wesentlicher wirtschaftlicher Hebel. Ein schlechtes Raumklima ist ein leiser Produktivitätskiller: Es raubt Konzentration, fördert die Fehlerquote und ist einer der Hauptgründe für hohe Krankheitsstände. Investitionen in die Luftqualität und thermische Stabilität amortisieren sich daher meist innerhalb kürzester Zeit durch leistungsfähigere und gesündere Mitarbeiter. Um den Spagat zwischen individuellem Empfinden und objektiven Anforderungen zu meistern, reichen einfache Wandthermometer jedoch nicht aus. Ein Thermometer misst lediglich die Lufttemperatur an einem punktuellen Ort – es ignoriert jedoch Luftströme, Strahlungswärme und Feuchtigkeit. Für eine echte Bewertung bedarf es umfassender Messungen, die alle relevanten physikalischen Parameter erfassen und systematisch auswerten.

Die Wissenschaft des Wohlbefindens: Objektivität durch die DIN EN ISO 7730

Um den Faktor „Wohlfühlen“ messbar zu machen, stützen sich Experten auf die international anerkannte Norm DIN EN ISO 7730. Dieses mathematische Modell nutzt den PMV-Wert (Predicted Mean Vote), um das durchschnittliche thermische Empfinden auf einer Skala von -3 (sehr kalt) bis +3 (sehr warm) abzubilden. Da eine hundertprozentige Zufriedenheit in Gruppen statistisch kaum erreichbar ist, ergänzt der PPD-Wert (Predicted Percentage of Dissatisfied) diese Analyse und gibt den voraussichtlichen Prozentsatz der Unzufriedenen an.

Objektive Klimabewertung statt Bauchgefühl

In die Berechnung fließen sechs wesentliche Faktoren ein: der Aktivitätsgrad und die Bekleidung der Personen sowie die Lufttemperatur, die Strahlungstemperatur, die Luftgeschwindigkeit und die relative Feuchte. Nur das Zusammenspiel dieser Parameter ermöglicht eine zuverlässige Evaluation des Raumklimas.

Ein häufiger Irrglaube ist, dass die reine Lufttemperatur für Behaglichkeit ausreicht. In der Praxis spielt die Strahlungstemperatur eine ebenso große Rolle. Wer im Winter neben einer kalten Glasfront sitzt, empfindet Kälte, da der Körper Wärme an die Oberfläche abstrahlt, selbst wenn das Thermometer 22 °C anzeigt. Um diesen Effekt objektiv zu bewerten, setzen Experten spezielle Sensoren ein, die den menschlichen Körper simulieren und die einwirkenden Strahlungskräfte exakt erfassen. Ebenso elementar ist die relative Luftfeuchtigkeit, die idealerweise zwischen 40 % und 60 % liegen sollte. Sinkt dieser Wert in der Heizperiode ab, trocknen die Schleimhäute der Atemwege aus und bilden mikroskopische Risse. Diese dienen als Einfallstore für Krankheitserreger, weshalb eine Mindestfeuchte von 40 % die Infektionsanfälligkeit nachweislich reduziert.

CO, Luftströmung und Daten: Die unterschätzten Treiber von Konzentration und Produktivität

Die kognitive Leistungsfähigkeit wird maßgeblich durch die CO2-Konzentration beeinflusst, die in hohen Dosen wie ein leichtes Narkotikum wirkt. Während Werte unter 1.000 ppm die Wachheit fördern, sinkt die Konzentration ab 1.500 ppm spürbar ab, was die Fehlerquote erhöht. Ein kontinuierliches Monitoring in Verbindung mit intelligenten Lüftungskonzepten ist daher für wissensintensive Arbeit unerlässlich. Schließlich stellt die Zugluft einen der häufigsten Beschwerdegründe dar. Da der Körper an Nacken und Knöcheln besonders sensibel reagiert und Luft im Raum nicht homogen verteilt ist, müssen professionelle Messungen auf verschiedenen Höhen – Knöchel, Sitz- und Kopfhöhe – erfolgen, um störende Turbulenzen präzise aufzuspüren.

Eine fundierte Klimaanalyse ist weit mehr als eine technische Randnotiz. Sie ersetzt subjektive Debatten am Thermostat durch klare Fakten und stellt die menschliche Gesundheit in den Mittelpunkt. Wer Daten zu Strahlung, Feuchtigkeit, CO2 und Luftströmungen objektiv erhebt, investiert direkt in die Performance seines Unternehmens. Das Ergebnis sind weniger Krankheitstage, eine höhere Mitarbeiterzufriedenheit und eine messbar gesteigerte Produktivität.

Universelle Messgeräte können die relevanten Parameter schnell und sicher berechnen

Messegeräte wie zum Beispiel das Universalklimamessgerät testo 400 ermöglichen in Kombination mit diversen Sonden eine präzise Messung aller relevanten Klimaparameter. Es lassen sich so die Raumlufttemperatur, die relative Luftfeuchtigkeit sowie die CO2-Konzentration kontinuierlich überwachen. Ergänzend dazu wird das Verhalten des menschlichen Körper simuliert, um die einwirkende Strahlungstemperatur von kalten Wänden oder warmen Heizkörpern exakt zu erfassen. Auch störende Zugluft kann ermittelt werden, so dass aus allen Messungen und Sensordaten das objektive Wohlbefinden normkonform nach DIN EN ISO 7730 berechnet werden kann.