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Leckortung an Kälte- und Klimaanlagen

Kälte-, Klima- und Wärmepumpenanlagen arbeiten häufig über viele Jahre zuverlässig. Eine kleine Undichtigkeit kann jedoch unbemerkt erhebliche Folgen haben. Entweicht Kältemittel, sinkt die Leistungsfähigkeit der Anlage, der Energieverbrauch steigt und im ungünstigsten Fall kommt es zum Ausfall. Bei brennbaren Kältemitteln können Leckagen außerdem ein Sicherheitsrisiko darstellen. Eine professionelle Leckortung ist deshalb nicht nur eine technische Serviceleistung, sondern ein wichtiger Bestandteil von Betriebssicherheit, Umweltschutz und Kostenkontrolle.

Auch rechtlich gewinnt das Thema an Bedeutung. Die europäische F-Gase-Verordnung (EU) 2024/573 verpflichtet Betreiber bestimmter stationärer Kälte-, Klima- und Wärmepumpenanlagen dazu, Leckagen zu verhindern, festzustellen und fachgerecht zu beseitigen. Entscheidend ist dabei nicht allein die eingefüllte Menge in Kilogramm, sondern das CO-Äquivalent. Es wird aus der Füllmenge und dem Treibhauspotenzial, dem sogenannten GWP-Wert, berechnet.

 

Eine Anlage mit 2,5 Kilogramm R404A erreicht wegen des hohen GWP-Werts von 3922 bereits rund 9,8 Tonnen CO-Äquivalent. Damit liegt sie über der Schwelle von fünf Tonnen, ab der regelmäßige Dichtheitskontrollen vorgeschrieben sein können. Je nach CO-Äquivalent gelten unterschiedliche Prüfintervalle: grundsätzlich mindestens jährlich ab fünf Tonnen, halbjährlich ab 50 Tonnen und vierteljährlich ab 500 Tonnen. Ist ein geeignetes Leckage-Erkennungssystem installiert, können sich die Intervalle verlängern. Die gesetzlichen Vorgaben und Ausnahmen müssen im Einzelfall anhand des Anlagentyps, des Kältemittels und der Füllmenge geprüft werden.

Betreiber müssen Prüfungen, Wartungen, Nachfüllungen und Reparaturen nachvollziehbar dokumentieren. Die Arbeiten dürfen nur durch entsprechend qualifizierte Personen oder Fachbetriebe ausgeführt werden. Werden Leckagen nicht beseitigt oder Nachweise nicht ordnungsgemäß geführt, drohen je nach Verstoß behördliche Anordnungen und Bußgelder. Zusätzlich können sich haftungs- und versicherungsrechtliche Fragen ergeben, insbesondere wenn ein Schaden auf eine unzureichende Wartung zurückzuführen ist.

 

Kleine Lecks verursachen große Kosten

Wirtschaftlich besonders problematisch sind schleichende Leckagen. Sie führen oft nicht sofort zum Stillstand, sondern verschlechtern zunächst nur die Betriebsbedingungen. Die Anlage muss länger laufen, um dieselbe Kühlleistung zu erreichen. Dadurch steigen die Stromkosten, während die Effizienz sinkt. Gleichzeitig können Verdichter und weitere Komponenten stärker belastet werden, was den Verschleiß beschleunigt und die Lebensdauer verkürzt.

Hinzu kommen die Kosten für nachgefülltes Kältemittel. Bei veralteten oder stark treibhauswirksamen Kältemitteln können Preissteigerungen und eine eingeschränkte Verfügbarkeit die Reparatur zusätzlich verteuern. Wird eine Leckage erst bei einem Anlagenstillstand entdeckt, kommen Produktionsausfälle, verdorbene Waren oder beeinträchtigte Arbeitsbedingungen hinzu.

 

Moderne Leckortung schafft Sicherheit

Klassische Verfahren wie Prüfschaum oder Druckprüfung bleiben wichtige Bestandteile der Diagnose. Sie stoßen jedoch an Grenzen, wenn Leckagen sehr klein, schwer zugänglich oder nur unter bestimmten Betriebsbedingungen erkennbar sind. Elektronische Lecksuchgeräte mit Infrarot- oder Halbleitersensoren können Kältemittelkonzentrationen deutlich empfindlicher erfassen und die betroffene Stelle gezielter lokalisieren.

 

Eine regelmäßige, fachgerecht dokumentierte Leckortung hilft daher, gesetzliche Pflichten einzuhalten, Energieverluste frühzeitig zu erkennen und ungeplante Stillstände zu vermeiden. Die Investition in moderne Messtechnik und vorbeugende Wartung zahlt sich aus: durch höhere Betriebssicherheit, geringere Energiekosten, längere Anlagenlebensdauer und eine bessere Planbarkeit von Reparaturen und Ersatzinvestitionen.

 

Für die professionelle Leckortung an Kälte-, Klima- und Wärmepumpenanlagen eignen sich elektronische Lecksuchgeräte wie zum Beispiel die testo 514/515-Reihe oder die testo-316-Serie, die Kältemittelkonzentrationen mit hoher Sensitivität im Bereich weniger Gramm pro Jahr erfassen und so auch kleinste, schwer auffindbare Lecks aufspüren. Ergänzend bieten Wärmebildkameras die Möglichkeit, indirekt auf Leckagen hinweisende Temperaturauffälligkeiten an Leitungen und Komponenten sichtbar zu machen.